Ein Text übers Verlorengehen in schwarzen Tiefen. Denn mal ehrlich, Gefundenwerden ist irgendwie das schönste Gefühl, das es gibt.

Dein Atem ist kalt und stumm,
wenn du die Augen aufschlägst, ist die Welt um dich herum
Schwarz und Weiß.
Mit jedem Wimpernschlag trägst du den Preis für deine Hoffnungslosigkeit.

Du schleifst dich morgens ins Bad,
und traust dich kaum in den Spiegel zu schauen,
dich überkommt das blanke Grauen,
wenn schwarz umrahmte Augen,
an deiner blassen Sehkraft saugen.

Dein Blick ist träge.
Du siehst tatenlos zu wie sich ein Schatten nach dem Anderen über dich legt
bis sich die Welt nur noch in Schwarz und Weiß bewegt.

Sehkrank hast du zugelassen,
dass all die Farben langsam verblassen.
Während deine Füße über den Boden wanken,
siehst du deine Gedanken schwanken,
zwischen Himmel und Erde,
auf der Pseudo-Suche nach dem Sinn deines Lebens,
den zu erstreben, du eh nie erwägtest.

Früher war dein Leben noch überschwellend, den Tag erhellend;
Farbenfroh warst du einfach so
Immer gut gelaunt, hast die Wunder des Leben bestaunt.

Abends wurden deine Lippen dann blau,
wenn du mit deinen Freunden Rotwein trankst
und du am dunklen Strand mit ihnen die skurrilsten Geschichten erfandst.

Manchmal seid ihr dann rausgefahren,
Und während die anderen unter Deck waren,
hast du die bunten Lichter der Stadt bewundert,
die zu hundert die Dunkelheit vertrieben,
und gelernt das Leben zu lieben.

Doch an jeder Enttäuschung zerbrach ein Teil von dir,
an jeder Sinnesverseuchung blieb eine Farbe hängen,
Du verfingst dich in ihren Fängen, bis du
– deiner Seele beraubt, völlig verstaubt –
glaubtest, dass dein Pinsel nur noch als Brennholz taugt.

Als die Rosen auf deinem Tisch verwelkten,
nahmen sie all das Rot mit sich.
Schwarz wie der Tod verspotten sie dich
bis das Blut aus deinem Arm,
noch immer warm
in dunklen, vollen Strömen,
auf den weißen Fliesenboden fließt,
mit einem lauten Knall deine Träume erschießt
und um dich herum, ein Spinnennetz aus dunklem Tod entstehen lässt,
bis die Kälte dein schwaches Herz umfasst.
Du brichst unter der Last,
denn du denkst, dass das Rot dich für immer verlassen hat.

Danach dauerte es nur einen Wimpernschlag,
bis du das Grün verbanntest,
die alten Fotos verbranntest
und dich still zurückzogst,
die Einsamkeit mit Gold aufwogst
und deinen besten Freund Zynismus nanntest.

Du verlorst völlig das Steuer,
eine nach der anderen fraßen große  Seeungeheuer
die restlichen Farben.

Dein Blick ist träge.
du sahst tatenlos zu wie sich ein Schatten nach dem Anderen über dich legt,
Bis sich die Welt nur noch in Schwarz und Weiß bewegt.

Sehkrank hast du zugelassen,
dass all die Farben langsam verblassen.
Während deine Füße über den Boden wanken,
siehst du deine Gedanken schwanken,
zwischen Himmel und Erde,
auf der Pseudo-Suche nach dem Sinn deines Lebens, den zu erstreben, du eh nie erwägtest.

In all dem Grau hat sich dein Leben in ein Labyrinth verwandelt,
deine Geschichte handelt
von Trübsinn und Trauer
unter deinem verwelkten Herzen liegt der Tod auf der Lauer.

Doch dann – ganz plötzlich – kämpft sich ein kleiner Sonnenstrahl,
durch dein dunkles, verschleiertes Zimmer.
Er ist hell, aber blendet dich nicht,
still funkelnd verändert er dich.
Als einzelner Lichtpunkt auf deinem schwarzen Parkett,
vollführt er ein trauerspielähnliches Einzelballett.

Gebannt starrst du ihn an,
denn er ist genauso allein und klein
wie du dich fühlst.
Aber trotzdem gibt es keinerlei Ähnlichkeit
zwischen seiner Poetik
und deiner trostlosen Ästhetik.

Wie eine gewaltige Welle überschwappt dich der Scharm,
vor lauter Gram versteckst du dich noch tiefer unter deiner Decke.

Aber der kleine Sonnenstrahl gibt nicht auf,
kitzelt dich raus
und zeigt dir das Dach,
das er schützend über dich gestülpt hat.

Er befreit die alte Standuhr vom Staub,
und bringt sie langsam zum Ticken.
Während das alte Uhrwerk anfängt leise zu klicken,
beobachtest du den Hauch der Zeit,
der die Welt um dich herum allmählich zum Leben erweckt,
den ganzen Staub aufschreckt,
und dir die Tränen in die Augen treibt.

Das salzige Wasser spült die Hoffnungslosigkeit aus dir heraus,
knippst den Selbstmitleid aus,
und dann – musst du ein paar Mal blinzeln,
weil die Bilder verschwimmen,
auf einmal scheint nichts mehr zu stimmen,
denn da, wo der kleine Sonnenstrahl,
bedächtig drüber streicht,
zierlich durchs Zimmer schweift,
wird es plötzlich bunt.

Wie ein Kompass zeigen die Farben
dir den Weg aus deinem Zimmer,
denn manchmal, da reicht ein kleiner Verbündeter,
um wieder Farben zu sehen,
um an das Leben zu glauben
und die Vergangenheit abzustauben.

Und eigentlich waren die Farben nie weg,
du hast dich nur versteckt,
Dein Schild hieß Griesgrämigkeit
und dein vermeintlicher Panzer war Magnet für sämtliches Leid.

Du warst Sehkrank und hast viel zu spät erkannt,
dass Farben nicht verschwinden können.

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